Johannes E. Trojer

Hitlerzeit im Villgratental

Verfolgung und Widerstand in Osttirol

 

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  • ISBN 978-3-7099-7265-6
  • 184 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
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Das Villgratental – Nationalsozialismus im Brennglas.

Von Widerstand und Verfolgung, vom Alltag der NS-Zeit
Auch in der Enge abgeschiedener Täler regte sich Widerstand gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus. So gab es zum Beispiel in Innervillgraten in Osttirol bei der Volksabstimmung über den Anschluss 1938 österreichweit den niedrigsten Prozentsatz der Zustimmung. Und vor allem im Kleinen spielten sich beeindruckende Szenerien ab. Trojer berichtet unter anderem vom Innervillgratner Bauern Vinzenz Schaller, der 1940 den militärischen Eid auf Hitler verweigerte und daraufhin im Gestapo-Gefängnis Berlin Moabit und später im Konzentrationslager Dachau inhaftiert wurde. Systematisch erhebt Trojer außerdem Daten und Opferzahlen und leistet damit wichtige Pionierarbeit. Er war davon überzeugt, dass die Vergangenheit nur gefährlich sein kann, wenn man sie verdrängt. Daher beschäftigte er sich auch mit den Nachwirkungen des Nationalsozialismus, der für ihn keineswegs ein abgeschlossenes Ereignis darstellte.

Nationalsozialismus im Brennglas – Hitlerzeit in Osttirol
Denkt man an die Gräuel des NS-Regimes, sind häufig Großereignisse wie etwa die „Reichskristallnacht“ in München oder „Institutionen“ wie das KZ Auschwitz sehr präsent. Doch auch im ländlichen Raum hatte Hitlers Herrschaft drastische Auswirkungen. Johannes E. Trojer, ein herausragender Kenner der Verhältnisse und der Menschen seiner Heimat, hat in mehreren Texten zum Nationalsozialismus dessen Auswirkungen und Verbrechen in Osttirol, vor allem im Villgratental, dokumentiert.

„Wir sind eine geschichtslose Generation von Söhnen und Enkeln, die mit den Leitbildern der Väter und Großväter nicht mehr viel anfangen kann, weil jene mit jenen in Katastrophen gelandet sind. Aber wir haben noch nicht die Kraft, neue Werthaltungen durchzusetzen gegen die Patriarchen.“

Trojer: Beobachter, Chronist und Heimatforscher
Den Publizisten, Volkskundler, Schriftsteller und Gesellschaftskritiker Johannes E. Trojer zeichnet vor allem seine genaue Beobachtungsgabe aus. In diesem Buch erzählt er von Bauern, die ihre Stimme gegen das Regime erhoben, von Dorfbewohnern, die für ihre Überzeugung im Konzentrationslager endeten, und von Männern, die lieber in den Tod gingen, als für Hitler zu kämpfen. Schonungslos und exakt beschreibt er die Auswirkungen des großen Grauens, die durchaus exemplarisch verstanden werden können. Er scheut sich dabei nicht, Tabuthemen offen anzusprechen. Das erste Erscheinen der in diesem Buch versammelten zeithistorischen Texte zum Nationalsozialismus in Osttirol und Villgraten erregte daher große Aufregung. Mittlerweile gelten sie als wichtiger Bestandteil der Regionalgeschichtsschreibung. Trojer versammelt darin Wissen aus lokalen und überregionalen Archivbeständen und leistet so auch einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit.

Johannes E. Trojer

Johannes E. Trojer (1935–1991), im Brotberuf Volksschuldirektor, erforschte in volkskundlichen und (zeit-)historischen Arbeiten den Sozialraum „Heimat“ in Osttirol. Als Herausgeber der Zeitschrift Thurntaler verkörperte er die der Tiroler Literatur oftmals nachgesagte politische Widerständigkeit. Er gehört zu jenen Schriftstellern, die in den 1970er und 1980er Jahren die gesellschaftlichen Realitäten scharf kritisierten, doch in höherem Maß als diese war Trojer Literat und Feldforscher in Personalunion. 2011 erschien im Haymon Verlag die Werkausgabe zu seinem Werk, 2016 "Hitlerzeit im Villgratental". Verfolgung und Widerstand in Osttirol.

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