Fragen zu Veilchen: Autor Joe Fischler im Gespräch

Mit „Veilchens Show“ erscheint in Kürze bereits der fünfte Band von Joe Fischlers origineller Alpenkrimi-Serie rund um das charmante Ermittlerduo Valerie „Veilchen“ Mauser und Manfred Stolwerk. Im Interview erzählt er uns, wie sich Innsbruck für ihn durch das Schreiben der Krimis verändert hat, wie sich die hohen Einschaltquoten von Reality-TV-Shows erklären lassen und wie er die Schauplätze seiner Geschichten auswählt. 

 

Reality-Shows wie „Bauer sucht Frau“ etc., erreichen sowohl in Österreich als auch in Deutschland große Zuschauerzahlen. In deinem neuen Roman geht es um eine TV-Kuppelshow. Was fasziniert deiner Meinung nach die ZuseherInnen und KandidatInnen daran und wieso hast du ein solches Format ausgewählt?

Eben der großen Zuschauerzahlen wegen. 😉 Nein, im Ernst: Mein erster Gedanke bei solchen Formaten ist: „Was tut man den Kandidaten da an?“ – und der zweite: „Wer schaut so etwas bloß?“ Offensichtlich gibt’s auf der Zuschauerseite ein großes Bedürfnis am Leben anderer teilzuhaben, sie zu beobachten und sich auch mal fremdschämen zu können. Für die KandidatInnen ist natürlich das Medium Fernsehen ein sehr anziehendes – übers Fernsehen spricht man, fern schaut man. Hat man es auf den Bildschirm geschafft, ist man wer, ungeachtet dessen, was dann mit einem passiert. Ein spannendes Umfeld für einen Krimi!

In Band 5 deiner originellen Alpenkrimi-Serie schlägt sich das ungleiche, charmante Ermittlerduo mit egomanischen Fernsehproduzenten, hysterischen Kandidaten und geldgierigen Müttern herum. Ein kritischer Blick hinter die Kulissen der Film- & Fernsehwelt?

Marilyn Monroe sagte einmal: „Hollywood ist ein Ort, an dem sie dir tausend Dollar für einen Kuss bezahlen und fünfzig Cents für deine Seele“. Ich habe diesen Satz als Einleitungszitat gewählt, weil ich glaube, dass er ganz besondere Gültigkeit für Reality-Shows hat. Bei allem Humor und der Veilchen-typischen Rasanz der Geschichte ist es mir nämlich wichtig, auch eine gewisse Ernsthaftigkeit im Hintergrund mitschwingen zu lassen. In „Veilchens Rausch“ war’s das Thema der Leistbarkeit des Wohnraums, in „Veilchens Show“ die Brutalität der modernen TV-Unterhaltung. Dadurch, dass alles live vor der laufenden Kamera passiert, bekommen die Ereignisse noch mehr Wucht. Ein kritischer Blick hinter die Kulissen, könnte man durchaus sagen, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Man soll den Hintergrund spüren, im Vordergrund steht aber immer die spannende, kurzweilige Unterhaltung.

Auch der 5. Fall von Valerie „Veilchen“ Mauser führt sie während ihrer Ermittlungen an verschiedene Schauplätze quer durch die Tiroler Hauptstadt. Wie wählst du die Schauplätze aus?

Ich möchte viel von meiner Heimatregion zeigen, die ich sehr gerne zu Fuß durchwandere, meistens auf Wegen entlang der Nordkette. Mit dem entsprechenden Panorama drängen sich die Schauplätze förmlich auf. Man braucht nur den Blick schweifen lassen. O-Dorf, Innenstadt, Altstadt, Patscherkofel, Bergisel, Serles, die Gemeinden im Mittelgebirge, und schaut man hinter sich, sitzt da die Frau Hitt auf dem Grat, die übrigens in „Veilchens Show“ eine gewichtige Rolle spielt. Wir haben zwar nicht viel Platz, aber so viele wunderbare Plätze, dass man wohl zwanzig Krimis schreiben könnte, ohne einen mehrmals verwenden zu müssen.

Du lebst in derselben Stadt wie die Ermittlerin deiner Romane. Hat sich dein Blick auf die Stadt seit dem ersten „Veilchen-Fall“ verändert?

Natürlich gehe ich mit offeneren Augen durch Innsbruck und komme auch an Orte, die mir bisher unbekannt waren. Zum Beispiel, wenn ich einen geeigneten Schauplatz für eine Geldübergabe suche. Ich verfolge aufmerksam, was in der Stadt passiert, auch politisch, kulturell und wirtschaftlich. Themen wie neue Olympische Winterspiele oder öffentliche Bauprojekte sind ja der perfekte Krimistoff. Unterm Strich habe ich Innsbruck durchs Krimischreiben noch lieber gewonnen. Wahrscheinlich durch die vielen Begegnungen mit Menschen, die die Veilchen-Krimis lesen und mich darauf ansprechen, was sie selbst schon erlebt haben, „wie das früher war“ und welche Themen sich noch für einen Valerie-Mauser-Krimi eignen würde. Eine Stadt ist ja irgendwie auch die Summe ihrer Menschen und dessen, was sie tun. Ich kann sagen: Ich bin durchs Recherchieren, Krimischreiben und die vielen Begegnungen ein riesiger Innsbruck-Fan geworfen.

 

Joe Fischler: Veilchens Show

Live auf Sendung: Mord! Valerie Mauser ermittelt backstage. In Band 5 der originellen Alpenkrimi-Serie schlägt sich das ungleiche, charmante Ermittlerduo mit egomanischen Fernsehproduzenten, hysterischen Kandidaten und geldgierigen Müttern herum und stolpert dabei von einer skurrilen Situation in die nächste.

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