Umbruch. Aufbruch. AUSBRUCH.
Back to the 90s und rein in eine Zeit der großen Veränderungen
Nach dem Zerfall der Sowjetunion ist die Ukraine im Wandel und auch im Leben der jungen Studentin Iryna in Lwiw bleibt nichts, wie es war. Sie verliebt sich in den zehn Jahre älteren Orest und alles scheint perfekt. Er ist Künstler, charismatisch, intellektuell, anziehend. Der Altersunterschied? Eine willkommene Rebellion gegen elterliche Vorstellungen. Iryna zieht zu ihm und taucht in die Welt der künstlerischen Bohème ein. Sie ist glücklich, endlich unabhängig und erwachsen.
Was wie Freiheit beginnt, wird zur Abhängigkeit
Orest vergöttert Irynas Jugend. Zugleich ist er aber unfähig, ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Er kontrolliert sie, will sie nach seinen Idealen formen. Die Beziehung kippt, wird zu einem Geflecht aus Macht, Manipulation und wachsender emotionaler Entfremdung. Eines Tages stößt Iryna auf die Tagebücher seiner Tante Amalia. Je mehr sie über Amalia und ihr radikal selbstbestimmtes Leben liest, desto stärker hinterfragt sie ihr eigenes: Wie lange will sie noch nach den Erwartungen anderer leben?
Über Abhängigkeit, Autonomie und das Scheitern alter Rollenmuster
In „Herbarium der Liebenden“ erzählt Natalka Sniadanko von einer Ukraine zwischen neuen Freiheiten und dem schweren Erbe der Sowjetzeit – und von Menschen, die im Lwiw der 90er-Jahre ihren eigenen Weg suchen. Ein vielschichtiger ukrainischer Gesellschaftsroman über weibliche Selbstbehauptung und den Mut, sich von den Vorstellungen anderer zu lösen.
„Glänzend gezeichnete psychologische Porträts, eine Handlung mit erotischen Verwicklungen, Situationen, die mit Stereotypen brechen – kurzum alles, was man für eine angenehme Lektüre braucht.“
Andrij Ljubka, Art Ukraine
