Maria Matios, Maria Weissenböck

Mitternachtsblüte

Roman

19,90 *

  • lieferbar
  • ISBN 978-3-7099-7163-5
  • 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
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Artikelnummer: 7163 Kategorie:

Mit Iwankas Geschichte lässt Maria Matios die vielstimmige Ukraine des 20. Jahrhunderts erklingen.

Dies ist die Geschichte von Iwanka, dies ist die Geschichte der Ukraine
Maria Matios ist eine der bekanntesten Schriftsteller*innen der Ukraine. In klarer Sprache erzählt sie in „Mitternachtsblüte“ von der jungen Iwanka, die in einem abgeschiedenen nordbukowinischen Dorf lebt. Sie leidet an Epilepsie, die Bewohner*innen betrachten sie als Sonderling. Doch fühlt sich das Mädchen in ihrer Fantasiewelt wohl, inmitten der Erzählungen und volkstümlichen Weisheiten ihrer Großeltern. Von dort aus beobachtet sie das Miteinander von Ukrainer*innen, Jüd*innen, Pol*innen und Deutschen. Rasch lernt sie, was gut ist und was böse. Bis der Zweite Weltkrieg ausbricht und die „roten Kommissare“ einmarschieren, und bald darauf Deutsche und Rumän*innen in Uniformen – das gewohnte Leben ist schlagartig vorbei. Menschen werden aus dem Dorf deportiert, die jüdischen Bewohner*innen bangen um ihr Leben.

„‚Ich sag Euch, die Menschen und Länder werden aussortiert wie Nüsse. Nicht im Himmel, sondern auf der Erde. Und dann bricht sich einer von den Teufeln da das Genick, und uns werden sie wieder wie Nüsse verlesen. Und die Leut leben weiter auf der Erde wie eh und je, nur immer schwerer wird alles …‘“

Über die Bukowina rollten jahrhundertelang die Geschichte und ihre Mächte.
Allein im 20. Jahrhundert war sie Teil der Habsburgermonarchie, wurde abwechselnd von rumänischen Truppen, der Sowjetunion und vom nationalsozialistischen Deutschen Reich besetzt, in einen nördlichen und südlichen Teil zerrissen. Diese Entwicklungen und Ereignisse hinterließen Spuren. In Form von kulturellen Zeugnissen einer multiethnischen Bevölkerung, aber auch in Form von Wunden: Mit den Umbrüchen und Machtwechseln kamen auch Deportationen von Hunderttausenden in die stalinistischen Lager nach Sibirien, Deportationen in die Ghettos und Konzentrationslager Transnistriens.

Die Ukraine und ihre nahe Vergangenheit werden im neuen Roman von Maria Matios für den europäischen Leser nicht nur begreifbar, sondern förmlich greifbar. Selten wurde das menschliche Leben mit all seinen Freuden und Tragödien, mit all seinen Geschichten von Hass und Liebe in der ukrainischen Literatur in einer so farbenprächtigen Sprache geschildert, wie es Maria Matios meisterhaft gelingt.“
Andrej Kurkow

Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck



 

Maria Matios, Maria Weissenböck
Mitternachtsblüte
Roman
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  • 19,90 *
  • ISBN 978-3-7099-7163-5
  • 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
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  • Erscheinungstermin: 09.02.2015
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Maria Matios

Maria Matios wurde in Rostoky in der Bukowina geboren. Sie lebt und arbeitet in Kiew, zählt zu den bedeutendsten Gegenwartsautor*innen der Ukraine. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Der Roman „Darina, die Süße“ (Haymon 2013, aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe) wurde mit dem wichtigsten ukrainischen Literaturpreis, dem Schewtschenko-Preis, sowie als Buch des Jahres 2007 in der Ukraine ausgezeichnet. „Mitternachtsblüte“ (Haymon 2015, aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck) war als BBC Ukraine Buch des Jahres 2013 nominiert. Maria Matios nahm an den Protesten am Kiewer Majdan teil. Regelmäßig macht sie auf fehlende demokratische Strukturen und Rechtsunsicherheit in der Ukraine aufmerksam.

Alle Bücher von Maria Matios

Maria Weissenböck

Maria Weissenböck, geboren 1980 in Wien, übersetzt aus dem Ukrainischen, Belarussischen und Russischen, u. a. Werke von Taras Schewtschenko, Serhij Zhadan, Oksana Zabuzhko, Tanja Maljartschuk, Ljubko Deresch, Maria Matios, Taras Prochasko and Volja Hapeyeva. Bei Haymon erschienen folgende von ihr übersetzte Werke: Maria Matios’ „Mitternachtsblüte“ (2015) und Natalka Sniadankos „Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde“ (2021).

Alle Bücher von Maria Weissenböck

"Die Ukraine und ihre nahe Vergangenheit werden im neuen Roman von Maria Matios für den europäischen Leser nicht nur begreifbar, sondern förmlich greifbar. Selten wurde das menschliche Leben mit all seinen Freuden und Tragödien, mit all seinen Geschichten von Hass und Liebe in der ukrainischen Literatur in einer so farbenprächtigen Sprache geschildert, wie es Maria Matios meisterhaft gelingt." Andrej Kurkow "Der Roman ist gerade in diesen Tagen Mahnung und Hommage zugleich. Er erinnert an die mythische Sagenwelt und den kulturellen Reichtum einer Landschaft, der durch politischen Wahn brutal ausgelöscht wurde." FAZ, Sabine Berking "Maria Matios orientiert sich mit Leichtigkeit im Dschungel der Bukowiner Bräuche, Legenden, Gebete, Verwünschungen, Verhexungen; sie beherrscht die Sprache ihrer Protagonisten und bewegt sich im Bukowiner Leben nicht wie eine Beobachterin von außen, sondern wie die Nachbarin von gegenüber." BBC Ukrajina, Taras Fedjuk "Matios' Sprache ist einfach, ihre Klarheit lässt erkennen, wovon zu erzählen ist" Falter, Domenika Meindl "Maria Matios gelingt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Märchen, politischer Parabel und Erzählung über das bukowinische Dorf" Die Furche, Erich Klein „Die in ihrer Heimat sehr bekannte Schriftstellerin erzählt die tragischen Geschehnisse in der Ukraine während des Zweiten Weltkriegs – sprachmächtig und mit großem Gespür für den vernichteten kulturellen Reichtum der Bukowina.“ Bremen Zwei "Lesen Sie dieses großartige Stück Literatur und verlieben Sie sich" Tom Stahl, Amazon-Leserstimme "Die Sprache der ukrainischen Autorin ist von einer solchen Kraft und Plastizität, dass man von der ersten bis zur letzen Seite gefangen ist. Ganz große Literatur." bn – bibliotheksnachrichten, Ingrid Kainzner