Als „Jenische Reminiszenzen" 2001 im EYE-Verlag erstmals von Romed Mungenast herausgegeben wurde, war es eine Sensation: Ein Lesebuch von Jenischen und über Jenische, in dem jenische Stimmen sich erstmals in publizierter Form versammelten. 2003 erschien das Buch in einer zweiten Auflage, mittlerweile ist es seit Jahren vergriffen. 25 Jahre später erscheint nun eine überarbeitete Neuauflage, für die das Material erneut gesichtet wurde, um aktuelle Forschungserkenntnisse zu Verfolgung, Sprache und Alltag der Jenischen einzubinden – Texte, die alte Stereotype reproduzieren, wurden bewusst durch neue Texte ersetzt, die zeitgemäße Einblicke ermöglichen.
„Jenische Reminiszenzen" ist Erinnerungsbuch, Quellenedition und lebensbejahende Kampfansage gegen das Vergessen – ein Band mit Geschichten, Essays, Gedichten und Märchen, in denen jenische und nichtjenische Autor:innen sichtbar machen, wie sehr jenische Geschichte nicht nur die Tiroler, sondern auch die europäische Geschichte prägt.
Das Buch richtet sich an alle, die Literatur, Zeitgeschichte und Minderheitenpolitik nicht getrennt denken wollen. Wie Romed Mungenast einst sagte: „Ich konnte einfach nicht akzeptieren, dass wir erbmäßig minderwertige Menschen sein sollen. […] Ich möchte etwas anderes erzählen." In diesem Sinne ist diese Neuherausgabe als Fortsetzung seines Vermächtnisses zu verstehen.
