GÖTTINNEN UND MONSTER
Izzy trägt: dunkelblonde Haare und weite Baggy Jeans, aufwendige Gelnägel und glänzenden Lipgloss. Izzy ist gerade achtzehn geworden, als sie nach der eigenen Geburtstagsparty in den silbernen Twingo steigt und in die Leitplanke crasht. Im Krankenhaus sieht sie ihr bisheriges Leben wie Filmsequenzen vor sich ablaufen. Darin vor allem: Soraya.
Soraya ist Izzys Mutti. Soraya ist eine Göttin, die es zufällig auf die Erde verschlagen hat. Soraya hat nicht nur das perfekte Aussehen – gleichmäßig gebräunte Beine, einen makellosen Teint, wissende Augen –, sondern auch die perfekte Stimme. Und diese Stimme ist immer da, immer zu hören, Soraya ist mindestens das Hintergrundrauschen, aber eigentlich der Main Act. Sowieso ist für Soraya alles gut, solange sie ihr Sternchen Izzy um sich hat, solange sich alles in ihrem Orbit bewegt.
Doch nach dem Unfall spürt Izzy, dass etwas anders ist. Es ist ein Glimmen in ihr, das nicht mehr verschwindet. Der Drang, erkannt zu werden. Die Sehnsucht, Berühmtheit zu erlangen. Der Wunsch, selbst etwas zu sein – unabhängig von ihrer Mutti. Und so beginnt eine zuerst leise und dann immer lauter werdende Ablösung; eine Ablösung, die nichts und niemand aufhalten kann: bis es zum krachenden Knall kommt!
Yasmin Polat liefert uns mit diesem Roman eine Neuerfindung der Arachne-Erzählung aus Ovids Metamorphosen; eine literarisch feine, rasante Mischung: griechische Mythologie meets Mutter-Tochter-Beziehung meets Popkultur. Für Liebhaber*innen von richtig guten, richtig witzigen, richtig tragischen Geschichten!
