Mit Nadel, Faden und Pistole: Siggi Seifferheld ist zurück!

Schwäbisch Hall. Ein malerisches Städtchen wie aus dem Bilderbuch. Mittelalterliches Flair, eine historische Altstadt, freier Internetzugang – es könnte alles so schön sein. Und so ruhig. Siggi Seifferheld, Ex-Kommissar im unruhigen Ruhestand, wünscht sich gemütliche Stunden mit seiner Liebsten Marianne und seinem Hund Onis, der auch nicht mehr der Jüngste ist. Aber ein wildes Welpenrudel, ein Gesangsprojekt der Jungs vom Männerkochkurs und ein russischer Mafiaboss machen ihm einen Strich durch die Rechnung. 

 

Einer von den Guten

Siggi Seifferheld hat sich vor Jahren eine Kugel in der Hüfte eingefangen – dienstlich. Aber auch, wenn er damals nicht in den Vorruhestand versetzt worden wäre, wäre er jetzt wohl nicht mehr im Dienst – denn jünger wird er nicht. Aber trotz Gehhilfe und nachlassender Blasenkapazität ist er ausgesprochen umtriebig: Das Schnüffeln kann er sowieso nicht lassen – einmal Wadenbeißer, immer Wadenbeißer -, die Jungs vom Männerkochkurs halten ihn auf Trab, seine Frau Marianne sowieso, er verfasst für das Haller Tagblatt regelmäßig den Polizeibericht und jetzt hat er auch noch ein ganz spezielles Ehrenamt übernommen.

 

Knaststickkränzchen mit Ex-Kommissar

Hinter Gittern wird gestickt.

Seit kurzem leitet Siggi nämlich einen Stickkurs in der Haftanstalt Schwäbisch Hall. Der begeisterte Sticker – mit eigener Sendung für stickende Männer im Radio – ist Experte und damit bestens für diese Aufgabe geeignet. Mit von der Stickpartie sind: Kurt, ein zottelhaariger Ex-Junkie, der wegen leichter, aber wiederholter Beschaffungskriminalität einsaß und im Knast zu Gott gefunden hatte; Saiid, ein zartbitterschokoladenbrauner Somali, von dem es hieß, er sei Pirat gewesen, der jetzt aber an den Rollstuhl gefesselt war, warum, das wusste keiner; Trân, ein winziger Vietnamese, der einen Schmuggelring geleitet hatte; Murat, eine Seele von Mensch, der erstaunlich echt wirkendes Falschgeld in großen Mengen produziert und unter die Leute gebracht hatte; Willi, der früher als Zuhälter aus reiner Muskelmasse bestanden hatte, jetzt aber über zweihundert Kilo untrainiertes Lebendgewicht mit sich herumtrug; und Pjotr, der greise Russenmafioso, der mit seinem weißen Vollbart und den buschigen weißen Augenbrauen wie ein wohlwollendes Großväterchen wirkte. Aber selbst dieser harmlose Haufen – der Fromme, der Fette, der Nette, der Zwerg, der Rollstuhlfahrer und der Greis – bekam jeweils nur eine einzige, stumpfe Sticknadel ausgehändigt. Um das Risiko zu minimieren.

 

Seifferheld hat es nicht leicht

Hovawart Onis ist wenig erfreut: Ein Welpenkindergarten überrennt das Seifferheldhaus.

Doch nicht nur in der Haftanstalt, sondern auch in Seifferhelds Zuhause hat er das Vergnügen von illustren Runden. Seine Frau hat einen Welpenkindergarten eröffnet – für Welpen mit besonderen Bedürfnissen, will heißen: Welpen, die aus Mischbeziehungen stammen. So hatte beispielsweise der Pickel, der eigentlich Bruno hieß und der Sohn eines Pitbulls und einer Dackelhündin war, die kurzen Beinchen seiner Mutter, aber den stämmigen Schädel seines Vaters geerbt. Er brauchte ein völlig anderes Training, nämlich vor allem das der Nackenmuskulatur, als beispielsweise die Bichogge, das Kind der Liebe einer Dogge und eines Bichon Frisé, mit ihren langen Giraffenbeinen und der wild wuchernden Pilzkopffrisur. Oder als der Schnudel (Schnauzer und Pudel) mit seiner geländegängigen Körperform beziehungsweise der kleine, stämmige Chips (Chihuahua und Mops).

Und als wäre all das nicht genug, hat auch noch Kläuschen eine seltsame Idee geboren: Die Männerkochkursgruppe soll jetzt singen – und eine Platte mit den schönsten Kochliedern aufnehmen. Und Siggi tut sich schrecklich schwer damit, dem euphorischen Klaus einen Wunsch abzuschlagen …

 

Seifferheld taucht ab

Markenzeichen der Seifferheld-Reihe: Der Gartenzwerg.

Seifferheld hat ja wirklich schon viel erlebt. Tote Galeristen, konkurrierende Stricker, ermordete Schauspielerinnen, Undercoverermittlungen im indischen Kochkurs – all das kann einen erfahrenen Kommissar nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Aber diesmal ist alles anders. Denn diesmal verschwindet Seifferheld von der Bildfläche. Bei einem Gassigang mit Onis – denn auch dessen Prostata ist nicht mehr die jüngste, beobachtet er, wie Häftling Pjotr von zwei Beamten in eine Klinik gebracht werden soll. Zwei verdächtige Männer beobachten die beiden. Und dann passiert es:

Die Beamten riefen unisono: „Scheiße!“
Seifferheld rief: „Rauchgranate!“ Reflexartig zog er Onis weg von der Dose und in Sicherheit.
In diesem Moment zog der Muskelmann zwei Taser aus seinen Anzugjackentaschen. Er taserte mit der einen Hand den Beamten, der Pjotr am Ellbogen hielt, um nur einen Sekundenbruchteil später mit einem zweiten Taser den anderen Beamten, dessen Hand schon zur Waffe gefahren war, wenn auch zu langsam, außer Gefecht zu setzen. Zuckend gingen die beiden zu Boden. Wo sie bestimmt noch eine Weile vor sich hinzuckten, was man aber nicht sehen konnte, weil die Nebelbombe jetzt – besser spät als nie – anfing, eine unglaubliche Menge an blickdichtem Rauch zu produzieren.
Pjotr, dieser Greis mit dem gütigen Weihnachtsmannvollbartlächeln, sah Seifferheld fassungslos an. Der wiederum wurde von dem Muskelmann kräftig in die offenen Eingeweide des Geländewagens gestoßen, wobei Siggi der Gehstock entglitt und auf den Pflasterboden fiel.
Siggi quietschte unwillkürlich auf, als er in den unnachgiebigen Armen eines dritten Fremden landete.
Onis sprang seinem Herrchen instinktiv hinterher. Der Muskelmann wollte nach der Leine greifen und den Hund wieder aus dem Wagen zerren, aber der junge Mann am Steuer rief ihm auf Russisch etwas zu, woraufhin der Ungeschlachte den Greis in den Wagen hob, hinterhersprang und die Tür zuknallte. Und schon schoss der Geländewagen in einem Affenzahn rückwärts auf die Haalstraße und bretterte gleich darauf mit Karacho durch die Innenstadt.
In einem spektakulären Husarenstück hatte man Pjotr … tja, was genau? Befreit?
Entführt?
Nur eins stand felsenfest: Seifferheld und Hund Onis waren zu Geiseln geworden!

 

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Ein Muss für alle Seifferheld-Fans und für alle zukünftigen Seifferheld-Fans sowieso: Mit Wortwitz und Drive lässt Tatjana Kruse diesmal die Seifferheld-Mischpoke ermitteln: Seine liebe Frau Marianne, seine kratzbürstige Schwester Irmgard, Tochter Susanne und Nichte Carina, Nicht-Putzfrau Olga, die Jungs vom Kochkurs und die ehemaligen Kollegen machen sich auf die Suche. 

Die Königin der Krimödie kombiniert meisterinnenhaft rasante Krimihandlung mit Wortwitz und den schrulligsten Figuren der deutschsprachigen Krimilandschaft. Deshalb ist die Seifferheld-Reihe einer der beliebtesten im deutschsprachigen Raum, dafür lieben ihre Fans Tatjana Kruse seit der allerersten Seifferheld-Stunde, und darüber dürfen sie sich jetzt endlich wieder freuen!