„Bevor wir verschwinden“ in fünf Songs

In seinem Debütroman „Bevor wir verschwinden“ erzählt der Autor, Onkologe und Palliativmediziner David Fuchs von einem Wiedersehen im Angesicht des Abschieds: Der angehende Arzt Ben trifft völlig unerwartet seine Jugendliebe Ambros wieder, der jedoch auf der Krebsstation als Patient behandelt wird. Erinnerungen werden wach, gemeinsame Vorlieben, gemeinsame Autofahrten, gemeinsame Abenteuer brechen sich Bahn und die Hymnen ihrer Jugend spülen längst vergangene Erlebnisse ins Gedächtnis. Nicht nur im Roman, sondern auch im Leben von David Fuchs spielt Musik eine wichtige Rolle: Welcher Song den Autor schon seit dem Studium begleitet und welcher am Anfang der Beziehung von Ben und Ambros steht, erfahrt ihr hier – zusammengestellt von David Fuchs:

 

The Shins – Caring is Creepy

Die Shins habe ich, wie wahrscheinlich die meisten, mit dem Soundtrack von „Garden State“ entdeckt. Der Song kommt nicht im Roman vor, allerdings war die Band für mich in der Zeit als Student, in der ich etwa so alt war wie Ben im Roman, für mich sehr wichtig und jetzt wertvoll, um mich in dieses Studentengefühl zurückzuversetzen. „Caring is creepy“ ist einer meiner Lieblingssongs von den Shins und hier in einer schönen Solovariante vom Sänger James Mercer zu hören.

 

Nirvana – The Man Who Sold The World (unplugged)

Zu diesem Song muss man nicht mehr viel sagen. Das Album haben natürlich in den Neunzigern alle rauf und runter gehört und es hat sich gut gehalten. Das Lied spielt auch im Roman an einer zentralen Stelle gegen Ende eine Rolle, hat mich aber die ganze Entstehung über begleitet, sowohl in der Nirvana-Version als auch im Original von David Bowie.

 

 

Bush – Machinehead

Ein unheimlich schneller, aggressiver Song, einer meiner liebsten, seit ich ihn vor mehr als zwanzig Jahren zum ersten Mal gehört habe. Da war gerade das zweite Album „Razorblade Suitcase“ in den Charts und ich habe Bush entdeckt. Für mich war die Band so essentiell für die Neunziger, dass ich sie im Roman mehrfach eingebaut habe, und „Machinehead“ an zentraler Stelle, am Beginn von Ben und Ambros’ Beziehung.

 

 

The Antlers – Two

Ein Arzt steht mit einem Mann am Krankenhausgang und erklärt ihm, dass seine Freundin sehr bald sterben wird. Mit diesem Moment beginnt „Two“ vom Album „Hospice“ der Antlers, bevor das Lied dann das ganze Spektrum der Emotionen auffächert, die danach kommen. Solche Momente kenne ich (wenn auch nicht vom Krankenhausgang) sehr gut, und „Two“ ist eine wunderschöne Interpretation, ein großartiger Song – einer der authentisch-emotionalsten, den ich kenne.

 

 

The Fratellis – I’ve been blind

Der neueste Song in dieser Liste, und einfach mein Lieblingslied bei den letzten Überarbeitungen am Roman und beim Schreiben der ersten Texte für die nächsten Projekte.

 

 

Wie sich die erste Begegnung zwischen Ben und Ambros zu „Machinehead“ von Bush abgespielt hat, erfahrt ihr in „Bevor wir verschwinden“ des FM4-Wortlaut-Gewinners David Fuchs. Der Roman ist eine Hommage an den Augenblick: berührend und lebensnah, mitunter auch zum Schmunzeln.

„Beeindruckend und auch sehr berührend – ein Kondensat von ein paar wirklich sehr starken kleinen Anekdoten und Bildern, die zu einer ganz großen Lebens- und Liebesgeschichte werden.“
Jurybegründung zum FM4-Wortlaut 2016